Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Ein Edler in Israel
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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(Dr. Isaak Riilf.) Von Leon Scheinhaus-Memel. ÄU m 18. September 1912 jährt sich der zehnte Todestag (Äs des Rabbiners Dr. Isaak Rülf. Ein Unfall, an sich nicht sehr schwer, zog ihm einen Herzschlag zu, der ihn im 72. Lebensjahre schmerzlos dahinraffte. Ein. inhaltreiches Leben ging zu Ende, arm an Lebensgütern,, überreich an Gedanken und Erkenntnisdrang; ohne äußere Macht und in einem entlegenen Wirkungskreis, ist er ein Veteran vorbildlicher Wohltätigkeit, ein Altmeister universeller Gelehrsamkeit geworden. Die Synagogengemeinde Memel, seine Gemeinde, rief ihm den letzten Scheidegruß nach und bezeichnete ihn „als einen Wohltäter der leidenden und unterdrückten Menschheit". Ein preußischer aktiver Major und deutscher Schriftsteller- Dagobert von Gerhardt-Amyntor leitete seinen im Berliner Tageblatt (1902 Nr. 4911) erschienenen Nekrolog auf den Hingeschiedenen mit den Worten ein: „Ein Stern am Himmel wahrheitsforschender Gedankenkunst ist erloschen: Dr. Isaak Rülf ist gestorben." Sein Lehr- und Werdegang ist bemerkenswert. Rülf, am 10. Februar 1831 in Ramsch-Holzhausen, einem kleinen hessischen Dorf, geboren, hatte erst von seinem 11. Lebensjahr an Unterricht in der jüdischen Dorfschule, die neu errichtet wurde, erhalten. Der Generalsuperintendent und ordentliche Professor der Theologie Karl Wilhelm Justi aus Marburg besuchte