Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Das Gesetz der Heiligkeit und Liebe
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 1)
- Language
- German
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und ר Willigkeit ist die höchste Vollendung des Gesetzes, ist das tiesste Erleben und Verwirklichen der biblischen Gerechtigkeit. Sie setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen, die nicht leicht zu bestimmen sind und bisweilen einander sogar zu widersprechen scheinen. So verschieden aber auch die Nutzanwendung dieses Heiligkeitsideals für das praktische Leben sein mag, es liegt stets derselbe Gedanke zu Grunde: der Begriff des Gottesreiches, die zentralste Idee der rabbinischen Theologie und Israels Bewußtsein von seiner engen Beziehung zu seinem Gott, dem Könige. Der Hauptsache nach ist Heiligkeit nur ein anderer Ausdruck für Imitatio Dei (Ebenbildlichkeit Gottes), eine Verpflichtung, die aufs innigste verknüpft ist mit Israels naher Beziehung zu Gott. In der rabbinischen Literatur ist der häufigste Name für Gott ״der Heilige", gelegentlich auch ״Heiligkeit" 1). und ebenso wird Israel auch heilig genannt?) Aber die Heiligkeit Israels ist davon abhängig, daß es danach strebt, Gott ähnlich zu werden?) ״Heilig sollt Ihr sein. *) Kap. 13 der Schrift ״Some Aspects of Habbinic TJieology“ Von S. Scheeliter, London 1909. S. 199—218. h Vgl. Blau, Zur Einleitung in die heilige Schrift, S. 13; Bacher. Exegetische Terminologie, I. 169. Vgl. auch Friedmann, Einführung zu S. 20. 2) Vgl. Midrasch Tanchuma, eä- Buber III, 37b; Pestkta de Rab Kahana lila; Eliahu rabba eä. Friedmann, 133. Vgl. auch Sabbath 86 a und die dort angegebenen Parallelstellen. 3) Vgl. Nurn. Rab., 9, 4 u. 17, 6.