Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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62 häufig vorkommende Dekadence, die nicht spezifisch jüdisch ist, aber vielleicht unter Juden eine eigenartige Form annimmt, zum Ausgangspunkt seiner oft übertriebenen Schilderung. Aus demrusfisch-jüdischen Volksleben ist ein Roman von I. Rabbino Witz „Jakob Saloweicziks Jugend". Ebenso möchte ich noch die Skizzensammlung „Gestalten und Schatten" von L. M. Melamed mit Vorwort von J.Zangwill erwähnen. Die Sammlung schöner jüdischer Gedichte „Aus jüdischer Seele" von I. Loewenberg liegt bereits in 3. Auslage vor. Diese Gedichte verdienen die ihnen zu teil gewordene Beliebtheit und Verbreitung vollauf. Auch die Jugendschrift „Für unsere Jugend", ein Unterhaltungsbuch für die jüdische Jugend von E. Gut, mag noch hier angeführt werden. ■Y Man sieht, daß die Wissenschaft des Judentums in ihren verschiedenen Zweigen auch in einem „mageren" Jahre reichen Segen aufzuweisen hat. Außer den selbstständigen Werken, von denen manche wichtige mir entgangen sein mögen, hätte eine vollständige Bibliographie auf diesem Gebiete auch die vielen Abhandlungen und kleinen Arbeiten in den verschiedenen Sprachen anzuführen. Sie hier zu besprechen, würde den Raum unseres Jahrbuches ungebührlich in Anspruch nehmen. Durch die Vielsprachigkeit, zu der sich die Wissenschaft des Judentums immer mehr entwickelt, bleibt uns in Westeuropa manche sehr wichtige Erscheinung unbekannt. Ich möchte beispielsweise auf die sehr iuhaltreiche Quartalsschrift „Starina" (Altertumskunde) in St. Petersburg Hinweisen, die eine Fülle von geschichtlichem und kulturgeschichtlichem Material über die Juden in Rußland und Polen enthält. Das Judentum erweist sich somit noch immer als ein unerschöpfliches Thema; die Arbeit auf diesem Gebiete wird noch lange nicht feiern.