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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 56

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1912-01-01
Page
Seite 56 (sequence 36)
Language
German
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- 56 - ist eine Schrift herausgegeben worden, die sich „Der Ebionitiswus in der Judenmission" betitelt. Die Tendenz dieses Buches wird man aus dem Untertitel erfahren: „Christentum und national-jüdisches Bewußtsein", und vielleicht noch mehr aus dem Namen des Verfassers: Pastor Christlieb T. Lipshytz. Das vorliegende Heft enthält einen Vortrag, den der Verfasser auf der internationalen Judenmissions-Konferenz zu Stockholm am 9. Juni 1911 gehalten hat. Ich möchte mein Urteil über das freundliche Bemühen der Judenmissionsgesellschaften in allen Orten und Landen dahin zusammensassen, daß schonin derBezeichnungJudenmissivn eineschwere Beleidigung des jüdischen Stammes und eine garnicht zu rechtfertigende Selbstüberhebung liegt. Das älteste noch lebende Kulturvolk der Welt, an das zuerst Gottes Wort ergangen ist, und das die Propheten hervorgebracht hat, braucht keine Mission, die vielleicht unter den Naturkindern in Afrika berechtigt ist. Und was sich die Herren wohl einbilden mögen, die gerade uns Juden die religiöse Wahrheit lehren wollen. Ueber getaufte Juden als Missionsprediger will ich mich hier in einer wissenschaftlichen Revue des Urteils enthalten — aus Achtung vor der Wissenschaft. Die hebräische Literatur möchte ich diesmal im Zusammenhang behandeln, gleichviel in welches Fach die verschiedenen Erscheinungen in dieser Sprache gehören. Es ist mit der hebräischen Sprache wie mit dem Judentum, von dem schon Moses Mendelssohn gesagt hat, daß es keine geschichtliche Analogie hat, die hebräische Sprache ist keine lebendige (sie dazu wieder zu machen wird jetzt in Palästina unternommen), aber gewiß auch keine tote. Sie ist die Schrift- und Literatursprache für Millionen Juden im Osten und lebt literarisch weiter fort. In chr erscheinen Bücher von großer Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit, - die alle — so verschieden sie von einander sein mögen — das gemeinsame Merkmal aufzuweisen haben: sie sind ein beredtes Zeugnis von der Ent-

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