Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 33

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1912-01-01
Page
Seite 33 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3111067-3111096-3115682--4011-3115732
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

33 Auch die poetischen Bücher und die biblische Poesie im allgenreinen haben im letzten Jahre ihre Bearbeiter gefunden. Mit der alten Frage des poetischen Rhythmus in der Bibel befaßt sich M. Berkowicz in seiner Schrift „Der Strophenbau in den Psalmen und seine äußeren Kennzeichen". Eine ähnliche Arbeit, die sich jedoch mehr mit dem Inhalt der biblischen Poesie beschäftigt, liefert W. Stark: „Die Lyrik des alten Testaments". Ferner sind zu erwähnen: „Der Psalter" von Stöhrmann; „Libanon", exegetisch-homiletischer Kommentar zu den Psalmen (1. Teil: Buch 1 und 2) von I. Nobel; „Die Psalmen", hebräisch und deutsch mit einem kurzen wissenschaftlichen Kommentar von N. Schlögl. Textkritisch steht diese Forschung auf einem sehr freisinnigen Standpunkt, während sie literarisch ganz konservativ ist. Wie weit die vom Verfasser vorgeschlagenen Emendationen einen rechten Sinn geben, muß einzeln untersucht werden; in manchen Fällen aber erscheinen derartige Vorschläge zur Textverbesserung ganz unnötig. Noch zu erwähnen sind „Th« rhytmic Psalter“ von F. H- Wales; „The Hexaplar Psalter“ (die Psalmen in sechs englischen Versionen) von W. A. Wright. Mit den biblischen Büchern der Spruchdichtung und dem ewig denkwürdigen Lehrgedicht Hiob haben sich Denker und Sprachforscher seit jeher eingehend beschäftigt. Von den Erscheinungen des letzten Jahres, die mir zu Gesicht gekommen sind, erwähne ich: Volz, „Weisheit (Sprüche, Hiob usw.)"; Leimbach, „Das Buch Job". Ein bedeutsames Buch, dessen Lektüre ich allen Freunden der Bibel empfehlen möchte, ist die in der Sammlung „BiblischeStudien" erschienene Schrift: „Eine babylonische Quelle für das Buch Job?", eine literargeschichtliche Untersuchung von S. Landersdorfer. Die alte Frage nach dem Heimatlande und dem Ursprünge dieses Buches hat man in neuester Zeit durch dessen Abhängigkeit von einem ähnlichen babylonischen Gedicht („Vom leidenden Gerechten") endgültig lösen wollen. Das babylonische Gedicht liegt zurzeit bloß in Bruchstücken vor, und M. Jastrow hat zuerst die Ansicht ausgesprochen, daß in ihm 3

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.