Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 10)
- Language
- German
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30 Denn rationell heißt eben vernünftig und solche Ansichten verdienen ebenso gehört zu werden, wie die vielen gewagten Hypothesen, die man als feststehende Tatsachen hinzustellen liebt. Mit demselben Thema-befaßt sich auch die Schrift von A. Allgeier: „lieber Doppelberichte in der Genesis." Ich möchte dabei die Tatsache als erfreulich bezeichnen, daß sich in neuester Zeit auch katholische Theologen eingehend mit Bibelkunde abgeben, wobei sie einer konservativen Methode huldigen. Wie man sich auch zu diesen Theorien stellen mag? wird man es doch willkommen heißen, daß auch die konservative Richtung zu Worte kommt. Die bis jetzt alleinherrschend gewesene Quellenkritik hat stets einen wichtigen Punkt außeracht gelassen,'daß nämlich auch die Annahme von verschiedenen Quellen nicht dazu führen darf, die Thora in ihrem geschichtlichen Teil als etwas Zerrissenes und Zusammenhangloses anzusehen. Abgesehen von . der dogmatischen Seite dieser Frage gibt es da auch eine künstlerische, und für diese zeigen die katholischen Forscher viel mehr Verständnis. Das läßt sich im allgemeinen auch von der zuletzt er-' wähnten Schrift sagen. Das Interesse für die Bibelkunde, das seit Jahren Lei vielen gebildeten Laien wahrzunehmen ist, hat eine große Zahl populärwissenschaftlicher Monographien hervorgerufen, die einzeln oder in Sammlungen erschienen sind. Zu dieser Gattung von Schriften gehört das Büchlein „Adam und Eva", über das Werden und Wesen der ersten Menschen, von I. Göttsberger. Ferner zwei sehr lesenswerte kleinere Schriften von I. W. Roth stein, unter dem Gesamttittel „Moses und das Gesetz". Das erste Heft behandelt das Thema ^.Gesetzgebung in Israel und Babel (Moses und Hammarabi)^ und das zweite „Moses, sein Leben und sein Lebenswerk". Daß der Verfasser den Lehrer Israels als geschichtliche Person auffaßt, ist als ein erfreulicher Fortschritt der heutigen Bibelsorschung zu bezeichnen., Es ist dies ein Standpunkt, . den beispielsweise auch Stade einnimmt. In italienischer Sprache erschien über'dasselbe Thema die Schrift von S. Minocchi: „Mose ei libri Mosaici". lieber das