Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Der Amhoorez
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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— 272. — €nde. Man brachte Wolf Aron nach Hause und zu Bett. Ein schweres Nervenfieber befiel ihn und rüttelte wochenlang an der Tür, die das Leben vom Tode trennt. Aus seinen Fieberphantasien hörte man oft die Worte: „Du büst noch e Jud, awer Wat Din Jung is, dei is al en halwer Tschrist." Gitel behauptete, ihr Mann hätte sich stark erkältet. Sie glaubte, die Erregtheit der letzten Tage wären schon Symptome der Krankheit gewesen. Moses Abramczik ahnte die wahre Ursache. Er weilte" oft am Krankenbette und sorgte dafür, daß es dem Kranken nicht an Pflege und ärztlicher Fürsorge fehlte; auch brachte er die Familie durch Trost, Rat und Hilfe über die schwere Zeit hinweg. Als Wolf Aron wieder genas, war er der Mann geworden, den ich in meiner Kindheit kannte und den ich eingangs dieser Geschichte geschildert habe. Jetzt deckt ihn schon lange der Rasen.