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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 190

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Arier und Semiten
Date
1910-01-01
Page
Seite 190 (sequence 13)
Language
German
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190 Hei den Indern, Persern und Griechen (aus der Geschichte z. B. bekannt sind: Darius' Vater HystaspesZ oder Alexanders Vater Philippus). Den Semiten wie Ägyptern ist das Pferd bis zum Austreten der Arier unbekannt gewesen; sie benutzten zum Ziehen des Wagens Esel oder Ochsen. Das Gesetzbuch Chammurabis erwähnt das Pferd ebenfalls nicht. Als die Babylonier es kennen lernen, bezeichnen sie es als „Esel des Berglands". Sie verwenden es aber nicht als Reittier, sondern lediglich zum Ziehen des Kriegswagens; dieser Gebrauch hat sich dann nach Vorderasien, Ägypten und Griechenland verbreitet. Noch bei Homer finden wir das Pferd nur in dieser Verwendung; erst viel später tritt es als Reittier auf. Aber weder die Semiten noch die klassischen Völker haben es zu einem ausgebildeten kriegsmäßigen Gebrauch des Pferdes gebracht; im ganzen Altertum wird die Reiterei vorzugsweise durch gallische oder germanische Hilfsvölker gestellt (so bei Hannibal und Cäsar). Im 7. Jahrhundert v. Ehr. fangen die arischen Reiche der Meder und Perser im Hochlande Iran und dessen westlichen Tälern an sich zu konsolidieren. Zuerst machen die Meder Vorstöße gegen Assyrien und Kleinasien; sie werden aber bald von den Persern abgelöst, die unter ihrem König Kyros (in der Bibel richtiger Koresch genannt, 558—-529) durch Zertrümmerung des babylonischen Reiches im Jahre 638 der semitischen Herrschaft im vorderen Orient für fast ein Jahrtausend ein Ende machen. Denn auch das Reich der griechischen Seleukiden, das Römerreich, das Sassanidenreich sind alle von Angehörigen der indogermanischen Rasse begründet worden. Erst mit der jüngsten großen Ausbreitung der semitischen Rasse, die mit dem Aufkommen des Islam zusammenfüllt, beginnt eine neue Epoche der semitischen Vorherrschaft. Wie die vorgeschichtliche Ausbreitung der kanaanäischen Schicht erstreckt sie sich über das ganze Gebiet des Mittelmeers: Nordafrika, Süditalien, Sizilien, y Auf persisch Wischtaspa genannt; so in den berühmten allpersischen KeiliNfchriften des Groszkönigs Darayawausch I (Darius) bei Behistun.

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