Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Moritz Veit
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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als Kämpfer für die Emanzipation der Jud en. Von Ludwig Geiger. (Vortrag/ gehalten am 7. Dezember 1808) A^nr Wenige Wochen noch, und das Säknlarjahr der '7^ Geburt bon Moritz Veit und Michael Sachs ist zu Ende, und bald ist fast das halbe Jahrhunvert (45 Jahre) verflossen, daß Beide beinahe gleichzeitig dem Tode verfielen. Ist es bloße Pietät, die uns, nachdem so viele Jahre seit ihrem Hinscheiden dahingegangen sind, veranlaßt, ihrer zu gedenken, oder zwingt uns ein innerer Grund, nachträglich ihre Gedenktage zu feiern? Nicht äußere Rücksicht ans die verbreiteten und geachteten Familien, die in beiden engverbundeuen Freunden ihre Ahnen sehen, nicht Jubilänmshascherei, sondern die Überzeugung, daß diese längst Verstorbenen noch heute lebendig sind, veranlaßt uns zur Feier. Sachs lebt fort durch sein Gebetbuch, das noch heute wie vor Jahrzehnten Tausenden Erbauung und Erhebung schafft, Veit, wenn auch nicht durch ein bestimmtes Werk, so doch durch Vieles, was er getan, was er gesprochen, durch den Zauber und die Bedeutung seiner Persönlichkeit. Moritz Veit, geboren 12. September 1808, gestorben 5. Februar 1864, war ein Berliner. Er gehörte zu dem Berliner jüdischen Patriziat, indem er einer Familie entsprossen war, die unter den ältesten, im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts aus Wien in Berlin eingewanderten Familien sich befand. Sein Vater ivar ein reicher Mann, seine Mutter eine gebildete Frau; in wohlhabenden, geistig angeregten Kreisen floß seine Kindheit dahin. ' Er 9