Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 26)
- Language
- German
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56 Von H. Strack's Ausgabe des Mischna-Traktats über „Götzendienst" (^.doäs.-23.rs.) mit deutscher Übersetzung ist eine zweite, neubearbeitete Auflage erschienen. Die Ausgabe der Mischna in Lokalisiertem Text mit deutscher Uebersetzung und Erklärung von E. Baneth u. A. wird fortgesetzt. B. Ratner setzt seine verdienstvolle Publikation „Varianten und Ergänzungen des Textes des jerusalemitischen Talmuds mach alten Quellen und handschriftlichen Fragmenten ediert, mit kritischen Noten und Erläuterungen versehen" fort. Im Berichtsjahr ist der Traktat „Pesachim" erschienen. Es ist eine sehr erfreuliche Erscheinung, daß die Agada, die ich als die Seele des nachbiblischen Judentums bezeichnen möchte, welche den ethischen Gehalt (in volkstümlicher. Form) und die 'poetische Schönheit des biblischen Schrifttums in sich vereinigt hat, in unserer Zeit große Beachtung findet. Das Interesse, das ihr zugewendet wird, zeigt sich, in verschiedenen Arbeiten, in philologischen. Forschungen und in popularisierenden Schriften. Ich möchte vor allem auf eine Publikation aufmerksam machen, die bei uns kaum bekannt sein dürste, aber zum Verständnis der Agada sehr nützlich ist. CH. I. Rawnitzki gibt in Verbindung mit dem rühmlichst bekannten hebräischen Dichter CH. N. Bialik eine Sammlung der schönsten agadischen Aussprüche, die in beiden Talmuden und in den Midraschwerken zerstreut sind, nach Materien geordnet und zusammengestellt heraus. Von diesem Agadawerk, das auch selten schön ausgestattet ist, sind bis jetzt bereits drei Bände erschienen. Die Hand des feinfühligen Dichters Bialik zeigt sich sehr wohltätig in der Anlage der Sammlung und in der stilistischen Bearbeitung. Man hat den Eindruck, als ob die alten, in ihrer volkstümlichen Weise dichtenden Agadisten selbst die Ordnung ihrer herrlichen Schöpfungen in die Hand genommen hätten. Allen Freunden der Agada, die sie in der Originalsprache lesen können, sei dies Werk warm empfohlen. Von sonstigen Publikationen auf diesem Gebiete sind in erster Reihe die Arbeiten von Theodor (die