Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 22)
- Language
- German
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52 nach den neuesten Ausgrabungen und Forschungen dargestellt, mit 86 Abbildungen. Eine vorzügliche Arbeit ist die Schrift von S. Klein: „Beiträge zur Geographie und Geschichte Galiläas."—Das neue Palästina schildert I. H. Kann in seinem Buche: „Erez Israel, das jüdische Land" (mit Abbildungen und 4 Tafeln). Mit der letzten Schrift verwandt ist eine ähnliche von I. Gerstmann „Kultur und Bildungsfortschritte unter den Juden Palästinas." Ferner ist noch zu erwähnen: „Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion"vonH.Greßmann. Auch die Biographik ist im letzten Jahre nicht leer ausgegangen. In erster Reihe ist zu erwähnen die deutsche Übersetzung des vortrefflichen und grundlegenden Buches des Holländers Meinsma: „Spinoza.und sein Kreis" (deutsch von Lina Schneider). Dieses Buch hat seiner Zeit mit Legenden, die sich um Spinoza gebildet haben, gründlich aufgeräumt. Es enthält außerdem historisch-kritische Studien über die holländischen Freigeister jener Zeit, so daß uns Spinozas Auftreten und weltgeschichtliches Wirken dadurch verständlich werden. Das bekannte Buch Freudenthals über Spinozas Leben fußt auf den Studien Meinsmas. Die deutsche Übersetzung dieses Werkes, der eine Abhandlung Constantin Brunners: „Spinoza gegen Kant und die Sache der geistigen Freiheit" vorangeht, ist eine sehr gelungene und wird zweifellos von gebildeten Juden und Christen gut ausgenommen werden. Das Buch enthält auch die Reproduktion zweier kolorierter Bildnisse des Philosophen: 1. Spinoza im Jahre 1660, nach dem Ölgemälde, das sich im Besitz des Generalkonsuls Franz Philippson in Brüssel befindet; 2. Spinoza im Jahre 1666, nach dem Ölgemälde, das im Besitze der herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel ist. Alfred Klaar hat das Leben und das merkwürdige Schicksal des bekannten Vorläufers Spinozas in einer schönen biographischen Monographie behandelt: „Uriel Acosta", Leben und Bekenntnis eines Freidenkers vor 300 Jahren. Die von Acosta vor seinem Tode geschriebene Selbstbiographie ist hier aufs neue deutsch