Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 8)
- Language
- German
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88 den wir in der Würdigung des Judentums und dessen Schrifttum von andern fordern. . An der Spitze des vorliegenden literarischen Jahresberichts werden Schriften über die Bibelforschung zu erwähnen fein. - Die heiligen Bücher bilden den Ausgangspunkt unserer Religionsgeschichte, wenn wir auch nicht leugnen wollen, daß zum Verständnis der Bibel die Erforschung anderer und auch älterer Religionsbücher, der. Dokumente religiösen Lebens und religiöser Ideen überhaupt, von großem Nutzen ist. Der hitzige Streit über „Babel und Bibel", der vor wenigen Jahren die Gemüter so lebhaft beschäftigt, hat, ist jetzt so ziemlich gegenstandslos geworden. Die Diskussion darüber ist wieder in die Studierstube zurückgekehrt, die sie niemals hätte verlassen sollen. Nicht etwa weil das Verheimlichen und Vertuschen hier erforderlich wäre, sondern weil es sich in diesem Falle Um Halbfertiges, noch nicht genügend Geklärtes handelte, dessen ungeeignete Popularisierung leicht zu mißverständlicher Auffassung Anlaß geben mußte. Das Interesse für die Bibel und für religiöse Fragen überhaupt ist erfreulicher Weise in den weitesten Kreisen der Gebildeten anhaltend. Dementsprechend ist auch die bibliche Forschung nicht müßig geblieben. Im letzten Jahre sind manche bedeutungsvolle Schriften in verschiedenen Sprachen erschienen, die teils streng wissenschaftlich und teils in mehr oder weniger populärer Form dieBibel und. ihre Beziehungen zuderAußenwelt behandeln. Jnholländischer Spracheschrieb G. Wild eboer „Das alte Testament vom geschichtlichen Standpunkt betrachtet"; P. Karge behandelte die „Geschichte des Bundesgedankens im Alten Testament"; in volkstümlicher Form wurden biblische Themata erörtert von I. Nickel: „Das Alte Testament im Lichte der altorientalischen Forschung" (I. Die biblische Urgeschichte). Ein ernstes Unternehmen bilden die von. Hugo Greßmann (in Verbindung mit A. Ungnad und H. Ranke) herausgegebenen „Altorientalische Texte und Bilder zum Alten Testament", von denen jetzt der 2. Band erschienen ist; ebenso der „Atlas biblicus“ von M. Hagen, der auf 22 Tafeln und auf 166 Seiten Text eine gründliche