Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 26 (1925)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 16)
- Language
- German
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— 110 — oder Mauren gesprochen, deren Söhne und Enkel der Zutritt zur Neuen Welt verboten sei, ganz gleich ob die Eltern oder Großeltern mit der Inquisition in Berührung gekommen wären. Es ist also eine neue Verschärfung und trotzdem Hallen die Akten von Klagen frommer oder neidischer Seelen aus der Neuen Welt wider, daß derartig Gefehmte dort wohnten und prosperierten. So beschweren fich z. B. in einer Eingabe an den König im Jahre 1616 der Rent- und der Zahlmeister aus Castillo de Oro im Darischen Meerbusen über den Aufenthalt eines Wundarztes, weil er ein getaufter Jude sei. Diese Klage hatte aber wenig Erfolg, denn wir wissen, daß dieser Arzt, Maestre Enrique, noch vier Jahre später in demselben Orte ruhig praktizierte. Gegen das Jahr 1560 ersuchte ein gewisser Jnigo Lopez de Mondragon in Vertretung der chilenischen Städte Santiago, Serena und Concepcion das Kolonialamt, die zahlreichen Ansiedler maurischer und jüdischer Rasse, die sich im Lande niedergelassen hatten, mit der ganzen Schärfe des Gesetzes zu bestrafen, d. h. ihre Güter einzuziehen und sie des Landes zu verweisen??) Daß ein derartiges Verlangen überhaupt notwendig, ist um so verwunderlicher, da schon sieben Jahre früher der spätere König Philipp als Prinzregent noch einmal anbefohlen hatte, alle unerlaubt nach den indianischen Ländern gelangten Personen hinauszuwerfen und nach Spanien zu schicken. Diese Order war also offenbar nicht ausgeführt worden, obgleich man seit 1620 begonnen hatte die amerikanischen Bischöfe im Nebenamt mit den Funkttonen eines Inquisitors zu betrauen. Der erste, dem dieses Amt zu teU wurde, war der Bischof Alfonso Manso von Puertorico in Gemeinschaft mit Pedro von Cordoba, Vizeprior des Dominikanerordens. Als sein Amtsbezirk galt anfänglich das gesamte der Krone Kastiliens unterworfene Amerika. Als Delegat wurde 1526 der Pater Meente de Santa Maria nach Mexiko geschickt. Derselbe kann den Ruhm beanspruchen, 1628 in der Neuen Welt die ersten Juden der Inquisition überliefert zu haben. Die beiden auf dem Scheiterhaufen verbrannten Opfer