Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 26 (1925)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 96 — ausgewiesen waren. Ich machte mir Auszüge der betreffenden Stellen und suchte schließlich gelegentlich kürzerer oder längerer Besuche in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires neue Belege in der dortigen National- und Mitre - Bibliothek.2) Dort und in der ebenfalls reichhaltigen National-Bibliothek begann ich, gestützt auf meine früheren Notizen, alle Werke aus der Kolomalzeit und die hervorragendsten Bücher aus der fpäteren Epoche auf gelegentliche Anmerkungen, die das Vorkommen von Juden in den „indianischen Ländern Seiner katholischen Majestät" bezeugten, zu durchsuchen. Die überall zerstreuten Bemerkungen ergänzten fich leicht zu einer Kette von Ereigniffen, die sich logisch an die Vorkommniffe der alten Welt angliederten. Auch habe ich mich mit den hervorragendsten Kulturhistorikern des lateinischen Amerika in Verbindung gesetzt, die mich auf einige mir entgangene Sammlungen von Dokumenten aufmerksam machten. Ueber das Thema dieser Arbeit selbst existiert nach diesen Gelehrten keine Literatur. Besonders ausführlich und interessant war das Schreiben des greisen Ricardo Palmas aus Lima, von dem ein Bruchstück am Ende dieser Abhandlung veröffentlich wird. Es wäre aber undankbar, nicht auch noch eine Anzahl freiwilliger Mitarbeiter zu erwähnen, die mich über die augenblickliche Anzahl, über Ursprung, soziale Stellung u.s.w. der Israeliten in den einzelnen Republiken, in welche fich das spanische Kolonialreich aufgelöst hat, unterrichteten. Zu diesem Zwecke Habe ich jahrelang in diesen Ländern wohnende Juden mit Fragebogen bombardiert. Von vielen erhielt ich entweder garkeine Antwort oder den ganz kurzen Bescheid, daß mir der Empfänger keine Auskunft geben könnte. Andere jedoch, es Waren nicht weniger als zwei Dutzend, beantworteten meine inquisitorischen Fragen mit der größten Bereitwilligkeit und Ausführlichkeit. Es sei daher mit aufrichtigem Danke der Herren A. D. Capriles, I. Querido und Sol de Caseres in Curayao (holländische Antillen) gedacht, ferner der Herren W. Gonzales, Havanna (Cuba), S. Levi in Osorno (Chile), A. Brizgol in Montevideo (Uruguay).