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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1925-01-01 · 26 (1925) · p. Seite 82

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
26 (1925)
Article
Durch die Taufe zum Judentum
Date
1925-01-01
Page
Seite 82 (sequence 14)
Language
German
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— 82 — Was er, der Freidenker und Bekämpfer der puritanischen Eiferer, von derlei äußerlichen, gleichsam polizeilich angeordneten Glaubensvertauschungen hält. Das bald darauffolgende Gespräch zwischen Jessica und ihrem Lorenzo gibt dieser Auffassung noch deutlicheren Ausdruck, den Ernst hinter Scherz verbergend. Gleich gering denkt, in Lessing's Sinne, der Tempelherr in „Nathan" von der Taufe. Je tiefer nun das Gemüt, umso tiefer bohren sich auch die religiösen Skrupel und Bedenklichkeiten in das Wesen des Getauften. Von diesem Gesichtspunkt aus erscheint uns Heine, der aller Welt für einen frivolen Spötter galt, an der Hand dieser oft so grundernsten ConfessioJudaica in einem ganz neuen Licht. Um dieser in ihrer Geschlossenheit so überraschenden neuen Einblicke in das Gemüt und Wesen Heines willen ist die gewissenhafte, allzu gründliche Biebersche Sammelarbeit, ist die Confessio Judaica Heines willkommen zu heißen. Für das, was wir in der Vollständigkeit der Sammlung übertrieben nennen, find gleich die ersten Worte kennzeichnend. Sie bringt als erstes Stück drei Zeilen aus einem Brief des jungen Heine vom 6. Juli 1816 an Christian Sethe. Und in diesen drei Zeilen schreibt er: „Hauptsächlich muß ich dich bitten, dich des armen Levy anzunehmen . . . Ich beschwöre dich bei allem was dir heilig ist, hilf ihm . . .!" Was hat das mit Heines Beziehung zum Judentum zu tun? Kein Zweifel, daß Heine ebenso dringend fich verwendet hätte, wenn es sich um die Not eines Schulze oder Schmidt gehandelt hätte. Auch das Mitleid an sich wollen wir nicht als eine ausschließlich jüdische Regung in Anspruch nehmen. Der „Welt-Verlag", Berlin, hat dem Buche eine geschmackvolle, würdige Ausstattung zuteil werden lassen. Vielleicht hätte das Werk aber noch besser in den, inzwischen nach Berlin übersiedelten, alten Heine-Verlag von Hoffmann & Campe gepaßt, der heute noch seinem berühmtesten Autor eine pietätvolle Pflege widmet. Vergessen sei übrigens bei diesem Anlaß nicht, daß Heine

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