Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 26 (1925)
- Article
- Aus der Zeit der Hoffaktoren
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 17)
- Language
- German
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aber nicht die einzigen, die solche literarischen Interessen bekundeten. Es gehört mit zu den Hellen Lichtseiten dieser reichen Männer, daß sie alle Mäzene der jüdischen Wissenschaft und Literatur sein wollten, die einen, weil sie selbersolcheJnteressenbesaßenund nicht ohne Grund neben ihren weltlichen Titeln den Ehrentitel eines Rabbi trugen, die anderen aus frommer religiöser Gesinnung heraus und gewiß auch manche, die stolz darauf waren ihren Namen geschmückt mit ehrenden Worten für alle Zeiten also verewigt zusehen. Rein ideale Beweggründespieltenmit, wenn es galt armen herumwandernden Gelehrten zum Druck ihrer Werke zu verhelfen oder Bibeln, Gebetbücher, Ritualwerke zahlreich unter die Menge zu bringen. Das größte Verdienst erwarb sich auch hier wieder der ausgezeichnete Behrend Lehmann in Halberstadt, der unter ungeheuren Selbstkosten eine Talmudedition in Frankfurt an der Oder veranstaltete und zahlreiche Lehrhäuser des In- und Auslands mit ihr beschenkte. So haben die Hoffaktoren auch in der Geschichte des Judentums Anspruch auf einen Ehrenplatz. Es waren keine Titanen, aber Männer, die aus ihrer Zeit heraus als wirksame Gestalten begreiflich sind und die nicht bloß in ihrer Zeit Gutes geleistet, sondern auch für die folgende fruchtbare Keime gesät haben. Jiftach war in seinem Zeitalter, was Samuel in den: seinigen! Goethe hat diesen! Gedanken unserer Weisen, der auch auf die Hoffaktoren zutrifft, dichterischen Ausdruck gegeben: „Wißt Ihr, wie auch der Kleine was ist? Er mache das Kleine — Recht; der Große begehrt just so das Große zu tun!" Literatur über die Hoffaktoren besonders die Werke von: David Kaufmann, Samson Wertheimer, Wien 1888; Max Grunrvald, Samuel Oppenheimer und sein Kreis, Wien und Leipzig 1913; Kaufmann- Freudenthal, Die Familie Gomperz,. Frankfurt am Main 1907; Mar Freudenthal, Aus der Heimat Mendelssohns, Berlin 1900; Bernhard Wachstein, Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien: Band II, Wien und Leipzig 1917; und die in diesen Werken angegebenen Einzelquellen.