Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 23 (1920)
- Article
- Kaddisch
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 128 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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<2 i in f 0 tt [am ganzen Körper bebend). Heb dich hinweg, Weib! Ich kenne dich nicht. (Holt tief Atem). Ich will dich nicht kennen. (Rahel zeigt sich am Fenster.) R a h e I (stößt Dina sanft vom Fenster zurück). Laß mich, Dina, ich will mit ihm reden. . (Dina verläßt schluchzend das Fenster. Beim Anblick Rahels läßt Simson das Haupt auf die Brust niedersinken; sein Gesicht spiegelt tiefes Leiden und wilden innern Kampf.) Rahel (sanft; in mütterlichem Tone). Komm näher, Simson! (Er macht einige Schritte zum Fenster hin.) Bin ich doch deine Schwester! Oder bin ich dirs nicht mehr? Simson. Du bist es, Rahel. Rahel. Wie konntest du uns so betrüben, uns, die wir dich so grenzenlos lieb haben? Wie konntest du nur aus solchen wahnwitzigen Gedanken kommen? Sag du selbst, wer tut so etwas? Welcher Mensch hackt sich seine Beine ab, um auf Krücken zu gehen? Simson. Ich konnte nicht anders. Rahel. Was sprichst du, Simson? — Redet so ein Mensch mit Verstand? Simson. Verstand oder Unverstand — ich konnte nicht anders. Rahel. Aber. Simson, ermanne dich! Vergiß nicht, wes Vaters Kind du bist! — Mir ist es, als wäre alles nur ein böser Traum. Ich kann es gar nicht glauben, daß es in Wirklichkeit geschehen ist. — O Simson, — komm heim — zu deinem Vater — zu deinen Schwestern — zu dem kleinen lieben Efraim. Du bist ja unser Simson!