Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 23 (1920)
- Article
- Kaddisch
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 123 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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123 Bronislawa. Du mußt es durchlesen, sb sie alle darin sind, ob ich nicht am Ende den einen oder den andern vergessen habe. — Daß ich aber an alles selber denken muß! (Zu Wolowski.) Was ist mit dem Grafen Lanckronski? Wolowski. Er hat zugesagt. Bronislawa (freudig). Na, da wäre also auch diese Angelegenheit erledigt. (Zu Marya, iu einem Tone befriedigter Eitelkeit.) Dev' Graf Lanckronski wird Taufpate sein ... Marya. Schön, Mama. Simson (zu Marya). Die Mutter hat dir ein Verzeichnis gegeben. Möchtest du es nicht gleich durchlesen? M a r y a (mit einem verständnisvollen Blick). Du hast recht. Das ist gleich geschehen. Komm, du bist mir dabei behilflich und liest mir die einzelnen Namen vor. (Simson und Marya ab.) Bronislawa (folgt ihnen bis zur Tür und ruft hinein). Aber sorgfäliig prüfen, Marya, und aufpassen, ob ich nicht am Ende den einen oder den andern vergessen habe. (Kommt zurück.) Daß ich aber an alles selber denken muß! — Was sagte Lanckronski? Wolowski. .Er ist ganz entzückt von unserem Severin. Er meint, unter Tausend Neophyten fände man nicht seinesgleichen. L>o ein Kirchenfang, sagte er, komme nur einmal in hundert Jahren vor, und er wundere sich gar nicht, sagte er, daß ihn ein wohlerzogenes Christenmädchen vor vielen andern erwählte; und er finde es ganz begreiflich, sagte er, daß die frommgläubigen Eltern in diesem Falle dreingewilligt haben. Er selbst, sagte er, habe ihn ins Herz geschlossen und er werde sich für ihn beim Minister für Kultus und Unterricht verwenden.