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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1920-01-01 · 23 (1920) · p. 59

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
23 (1920)
Article
Die Entstehung der Psalmen
Date
1920-01-01
Page
59 (sequence 34)
Language
German
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59 T auf das Gesetz; eine solche Verherrlichung der Torce haben wir im zweiten Teile von Ps. 19. Aber der nüchterne Geist der Gesetzes-Gelehrsamkeitund der Enthusiasmus, der dem Hymnus innewohnt, gehören vom Natur zu verschiedenen Welten. — Verhältnismäßig selten ist bei dem Hymnus diejenige Entwicklung zu beobachten, die wir bei den andern Gattungen gewahren, daß die Psalmendichtung vom Gottesdienst in das Leben des Einzelnen gedrungen sind. Die meisten Hymnen, die uns erhalten sind, sind jedenfalls von Anfang an zur Aufführung an der heiligen Stätte bestimmt. Aber ein Lied wie Psalm 8 stellt doch ganz und gar persönliche Frömmigkeit dar: da steht der fromme Dichter allein unter dem Sternenhimmel, und ihm fallen Gedanken aufs Herz, die er für sich allein empfindet. Ähnlich ist es in Psalm 103, in dem sich der ursprünglich so objektiv empfindende Hymnus mit persönlichem Leben füllt, ohne daß freilich das allgemein - Gültige verschwindet: der Dichter dankt zunächst in jubelnden Worten dem Gott, der ihn selber aus aller Krankheit befreit und ihm alle Missetat vergeben hat, dann aber erhebt er sich zu einem Loblied auf den, der ebenso gnädig über allen Frommen waltet. Hier sind Motive des „Dankliedes", das wir im übrigen von dem Hymnus wohl zu unterscheiden haben, in diesen ausgenommen. — Auch sonst können wir, besonders in den späteren Liedern, eine Fülle der mannigfaltigsten Mischungen des Hymnus mit anderen Gattungen beobachten. Da hat der Dichter, der Gottes zukünftiges Reich preisen will, etwa die Formen von Liedern ausgenommen, die man in alter Zeit bei der Thronbesteigung der Könige anzustimmen pflegte; Beispiel Psalm 97. Oder zu dem hochgestimmten Loblied hat sich die Verkündigung von der gerechten Vergeltung gesellt, welche die Weisen, allerdings in einem bei weitem gedämpfteren Tone, auszusprechen pflegen; dies in Psalm 34. Oder man hat dem Jubelliede der Gemeindeeine donnernde Str af- und Mahnrede in prophetischem Tone hinzugefügt: eine besonders nachdrückliche Form, neben dem Hochgefühle der Religion ihren Ernst:

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