Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 14 (1911)
- Article
- Versöhnungstag
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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259 Sie schob ihre Finger in die seinen. So sehnsüchtig schickte sie ihn: ihre Seele zu, daß ihr war, als ströme die ganze Wärme ihres Lebens in ihn hinein. Er hielt das Haupt gesenkt. Seine Blicke gingen über sie hinweg zu der Stelle, von der die Sabbatlichte weggenommen worden waren. Doch da er jetzt die Augen hob, las sie in ihrem feuchten Schimmer eine große Liebe. Alles Entfernte, Harte, das die Jahre in sie hineingezeichnet hatten, war aus seinen Zügen ausgelöscht. Und auch seine Stimme hatte den . Klang von einst. „Glaubst du, daß es ihm schaden möchte, wenn wir ihn noch heute nach Hause holten?" Ganz nahe, ganz zu ihr gehörig fühlte sie ihn neben sich. Nicht einen Augenblick brauchte sie zu zweifeln, wie er es meinte. Sie bückte sich zu seiner Hand hinunter. Und da er sie zurückhielt, warf sie ihm beide Arme um den Hals- „ . . . Alexander . . ." Und der Ewige sprach: Ich verzeihe nach deinem Worte. 17«