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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1911-01-01 · 14 (1911) · p. Seite 139

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
14 (1911)
Article
Arthur Schnitzler
Date
1911-01-01
Page
Seite 139 (sequence 1)
Language
German
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Arthur Ipehml%\ pr Von Victor Klemperer. i. Zein Wesen unä leine Ödemen. ®as sind meine Wege: von Irrenden zu Leidenden, von Leidenden zu Sterbenden." So spricht in Schnitzlers meist angefeindetem Drama, dem „Ruf des Lebens," ein Arzt, der sich um mehr als nur das physische Befinden seiner Kranken kümmert. Man darf ruhig an die Stelle dieses Arztes seinen Dichter selber setzen: so hat man das Tiefste, das so recht eigentlich Bestimmende in Arthur Schnitzlers Wesen vor Augen. Arthur Schnitzler, der „Frivole," der „Erotiker," der „Französierende," der „Dichter des süßen Mädls," der „heitere Lebenskünstler," und wie man ihn sonst noch zu nennen Pflegt — für mich ist er der Dichter des Leidens und Sterbens. Nie eigentlich habe ich hinter seinen Werken einen wahrhaft frohen oder nun gar leichtlebigen Menschen gefunden. Me ist sein eigenes Lachen ohne Wehmut oder Bitterkeit oder Hohn, und wo er leichtfertige Menschen schildert, da klingt dem feineren Ohr unter dem ausgesprochenen Wort immerqjder eine dieser beiden Sätze entgegen, entweder: war' ich doch auch so! oder: wie ist es möglich, daß auch solche Geschöpfe leben und als Menschen gelten? Nie ist sein Genießen ein ungetrübtes; denn ob er sich in ein Backchanal hineinphantasiert, ob an liebenswürdig bescheidene Freuden hingibt — es steht immer Einer hinter chm,

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