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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 249

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Eine glückliche Ehe
Date
1908-01-01
Page
249 (sequence 20)
Language
German
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249 „Was heißt nichts zu feiern, is er vielleicht nit wieder gekommen, der Schlemil, is er nit wieder da, der schlechte Mensch?" Frau Dr. Stern sah Röschen an und dann sah sie nach dem alten Mann hinüber, der über das ganze Gesicht schmunzelte. — „Nu willste nit Guten Tag sagen zu der Frau Dukter? Du . . . Du . . . willste Dir nit bedanken?" — Samuel Herz wischte sich die Hand an der Rückseite seiner Jacke ab und kam dann aus seine Gönnerin zu. Treuherzig sah er sie an, als er ihr die Hand gab. „Ick dank' auch schön für all' die Müh, Frau Dukter, un der liebe Gott wird's Ihn' heimzahlen, was Se an mir hab'n getan." „Freut Ihr Euch denn, daß Ihr wieder zu Hause seid, Samuel?" „Ja, Frau Dukter, ich freu mer. Wissen Se, es war ja ganz schön im Heim, un ich will mer nit beklagen . . . es gab ja zwar manchmal Rotkohl, un dann, wissen Se, die Brüh war immer so lang, aber sonst . . . . alles was wahr is, de alten Leut sind gut ausgehoben da, was so de richtigen alten Leut sind, aber ich ... nu ich Hab ja auch mein 78 Jahr auf'm Buckel . . . aber ich, ich ,muß mehr Leben um mer rum haben. Das bische Zank, was me da hatt', das war nit der Red wert, da wurd man nich warm dabei. Es muß schon so sein wie bei mein Rösche, wenn's mer gefallen soll. Gott sie hat ja auch ihre Fehler, alle haben wir unsere Fehler, aber — alles was wahr is — so ’n Maulwerk, wie mein Rösche seins, das find't man nit leicht!" — Und voller Stolz blickte der alte Mann zu der alten Frau hinüber, die ein sehr verwundertes Gesicht machte und nicht wußte, wie sie sich diesem Lob gegenüber Verhalten sollte. „Und Ihr, Röschen," wandte sich Frau Dr. Stern jetzt an sie, „seid Ihr denn nun auch zufrieden?" „Nun?" sagte Röschen, und dieses eine verstümmelte Wort drückte besser als die wortreichste Rede ihrer Ge-

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