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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 202

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Karl Emil Franzos
Date
1908-01-01
Page
202 (sequence 27)
Language
German
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202 Franzos viel besser gesagt als Sie," rief er wiederholt. Bis ich ihm endlich bedeutete, daß das doch nicht meine Schuld sei. Wie er sich daraus geberdete, war urdrollig und bewegte mich doch. . . . Als er von meiner Vortragstour hörte, entwarf er sogleich den Plan, ein Dutzend Vorträge in Rußland für mich zu inszenieren; er bürge für den Erfolg. „Aber die Sprache?!" rief ich. „Nu, jüdisch können Sie doch!" — Er meinte allen Ernstes Vorträge im Jargon, um allen Juden verständlich zu sein, 300 Rubel pro Abend!" Drei wichtige Ereignisse gehören dem letzten Jahrfünft des Wiener Lebens an. 1883 begannen Beziehungen zu Dr. Jakob Rappaport. Der Genannte wünschte eine Biographie von Moritz Rappaport und eine Herausgabe von dessen Werken. Diese Arbeiten nahnien lange Zeit in Anspruch, führten aber, zum Teil auch infolge des Todes des Genannten 1886, zu keinem Abschluß. Zu den großen Plänen Jakob Rappaports gehörte auch die Umgestaltung der „Wiener Illustrierten Zeitung" zu einem großen Unternehmen, mit Angliederung eines erstklassigen Berlages. Am 30. März 1884 übernahm Franzos die Redaktion der „Wiener Illustrierten Zeitung", der er zwei Jahre lang eine außerordentlich angestrengte, erfolgreiche Tätigkeit widmete. Zu den Mitarbeitern gehörte außer dem Kronprinzen Rudolf von Oesterreich, von dem gleich noch die Rede sein wird, eine Reihe der hervorragendsten Schriftsteller in Oesterreich und außerhalb: L. Büchner, Dingelstedt, Ebner-Eschenbach, E. Eckstein, Frankl, Ganghofer, Geibel, Greif, Grillparzer, Grün, Hamerling, Heyse, Jokai, Lingg, Littrow, Schack, Siegmund Schlesinger. Franzos war ein außerordentlich geschickter und umsichtiger Redakteur. Bei diesem Unternehmen, wie bei einem anderen, von dem später noch eingehend gehandelt werden muß, begnügte er sich nicht damit, seinen Namen her zu geben, um die Ehren einer Leitung einzuheimsen, sondern unterzog sich mit größtem Eifer den Mühen des neuen Berufes. Bei diesem reich illustrierten

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