Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Ein jüdisch-persischer Dichter des vierzehnten Jahrhunderts
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 88 (sequence 1)
- Language
- German
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cljjp vierzehnten gjiaihrljimcteFte*) **) Von Wilhelm Bacher. eBer dem östlichen Tor des Tempelberges, so berichtet die Mischna, war Susa, die Residenz der persischen Könige abgebildet. Dieses Bild bewahrte die dankbare Erinnerung an die Herrscher des alten Perserreiches, deren ersten, den Befreier Koresch, der große Prophet des babylonischen Exils in begeisterter Rede den Gesalbten Gottes genannt hatte. Und als nach vielen Jahrhunderten ein neues persisches Reich erstand, um dieselbe Zeit, da in Babylonien sich das jüdische Geistesleben zu dauernder Blüthe entfaltete, begannen jene engeren Beziehungen zwischen Juden und Persern, von denen der babylonische Talmud in seinem Wortschätze und in vielen Einzelheiten seines Inhaltes Zeugnis ablegt. Es hatte den Anschein, als ob auch die persische Sprache bei den Juden des Ostens zur herrschenden werden sollte. Ein berühmtes Schulhaupt von Pumbadita durfte am Anfänge des vierten Jahrhunderts den Ausspruch wagen: Was soll uns in Babylonien Aramäisch? Sprechen wir entweder Hebräisch oder Persisch! Aber das Aramäische *) Bortrag gehalten in Berlin, arn 10. Januar 1907, irn Verein für jüdische Geschichte und Literatur.