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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 61

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1908-01-01
Page
61 (sequence 37)
Language
German
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61 Fund, wegen ihrer Bedeutung für die Ausgrabungen im heiligen Lande hier nicht übergangen werden. Von mittelalterlichen Reisenden ist abermals Benjamin von Tudela und zwar in englischer Uebersetzung mit einer guten Einleitung und in einer geradezu prachtvollen Ausgabe von M. Adler erschienen, der sogar eine vorzügliche Karte seiner Reisen beigefügt ist. Das hatte sich der alte Benjamin gewiß nicht träumen lassen, als er im Jahre 1173 aus Navarra fortzog, um seine Weltreise anzutreten, daß seinem Berichte noch nach achthundert Jahren solche Ehren zuerkannt würden. Benjamin von Tudela ist fast überall gewesen, auch in Abessinien, aber von den Falaschas weiß er seltsamer Weise nichts zu erzählen. Desto interessanter berichtet über diese ein moderner Reisender, der Breslauer Botaniker Felix Rosen, der als Mitglied der Sondergesandtschaft, die zwischen dem Deutschen Reich und dem Regus Menelik II. einen Friedens- und Handelsvertrag abgeschlossen, mit nach Aethiopien gegangen und auch die Falaschas besucht hat. Seine Mitteilungen stimmen mit denen von Faitlowitsch, den die Alliance bekanntlich nach Abessinien geschickt hat, meist überein. Auch A. H- Hayes hat viel Material über die Falaschas gesammelt. Ein merkwürdiger Tourist ist der Professor des Arabischen und Persischen an der Wiener Lehranstalt für orientalische Sprachen, Jacob Obermayer, dessen vergleichende Kultur- und religionsgeschichtliche Studie: Modernes Judentum im Morgenuud Abendland ein gewisses Interesse erregt hat. Der Autor hat in jungen Jahren das westliche Asien, Nordafrika und einen großen Teil Europas aus eigener Anschauung kennen gelernt; während seines mehr als zehnjährigen Aufenthalts in Bagdad hat er das morgenländische Judentum gründlich studiert und zugleich das rabbinische Schrifttum an der Stätte seines Wachstums eifrig durchforscht. Aber sein Buch ist dennoch nur nebenbei Reisebeschreibung. Im Grunde genommen gehört es mehr in das Gebiet der Religionsgeschichte und Völkerpsychologie. Zwei Araber suchen den Verfasser in Wien auf und unterhalten sich

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