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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 8

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Rückblick auf das Jahr 5667
Date
1908-01-01
Page
8 (sequence 4)
Language
German
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8 Im deutschen Vaterlande hat der „Verband der deutschen Juden" eine ausgedehnte Tätigkeit entfaltet. Er hat vor allem die Justizminister Preußens und Sachsens veranlaßt, den betreffenden Behörden die gesetzliche Unzulässigkeit der leider an vielen Orten geübten Ausschließung der Juden vom Ehrenamte der Geschworenen und der Schöffen in Erinnerung zu bringen. Mit dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde im engsten Verein ist eine von beiden Körperschaften gewählte Kommission zur Vorbereitung eines neuen Gesetzes über eine bessere Organisation der jüdischen Gemeinden Preußens entstanden, die» die erste Lesung des Entwurfs auf dem Grunde völliger religiöser und kultureller Selbständigkeit der Gemeinden durchberaten und abgeschlossen hat. Nach der zweiten Lesung soll der Entwurf den Gemeinden zur Prüfung und zur Begutachtung vorgelegt werden. So wird er in der Tat den Meinungen und Absichten der preußischen Judenheit vollkommen entsprechen, und die Staatsregierung wird nicht umhin können, ihm in vollstem Maße Rechnung zu tragen. Mit dem Gemeindebunde und dem Zentralverein hat der Verband die gemeinsame Bekämpfung aller aus das Schächtverbot gerichteten, mehr oder minder verschämt antisemitischen Bestrebungen eines Teils der Tierschutzvereine unternommen. Erfreulicherweise hat der religiös-liberal empfindende Teil der deutschen Judenheit mit ganzer Kraft sich an der Verteidigung der Gewissensfreiheit seiner orthodoxen Brüder in dieser Frage beteiligt. Der Gemeindebund hat auch aus seinem eigensten Gebiete den allgemeineren Interessen gedient, indem er, auf Grund umfassender Nachforschungen, dem preußischen Minister für geistliche und Unterrichtsangelegenheiten die Notwendigkeit nachwies und ans Herz legte, den jüdischen Religionsunterricht in kleinen und pekuniär hilflosen Gemeinden aus öffentlichen Fonds zu fördern. Der Minister ist tatsächlich Willens, diesem Gesuche nachzukommen und einen beträchtlichen Beitrag für den erwähnten Zweck in sein Budget einzustellen. Damit wird nicht nur der traurige Notstand vieler Gemeinden und ihrer Lehrer

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