Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mischpoche
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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überlegenden, alles in Erwägung ziehenden Kaufmann . . Die Konsequenzen? Diese immer ins Auge zu fassen, ist die solide Basis aller geschäftlichen Manipulationen .." Der Seligsohn und Frau Sofie tauschten einenBlick der Beruhigung. So war er wieder im rechten.Fahrwasser. . . : „Die Konsequenzen . ... . es wird die Umwandlung der Firma Gebrüder Löwenberg in eine Aktiengesellschaft sein . . . . Seit Jahr und Tag liegen diesbezügliche Vorschläge von einer der ersten Banken mir vor . . . .ich habe sie zurückgewiesen, denn die „Gebrüder Löwenberg" waren mir lieb . . . waren mir ans Herz gewachsen . . ." wieder schwankte seine Stimme, „Nun aber . . . ja . . . nun aber existieren sie nicht mehr!" Wie ein jäher Schmerzensruf klang's Aber nur einen Moment, und wieder war er Herr seiner selbst und mit bewünderungswerter Klarheit entwickelte er jetzt seinen, in allen Teilen wohldurchdachten Plan. „Natürlich, hast auch Du ein Wort darein zu reden, mein wackerer Associs und lieber Sohn Max und auch Julius Löwenberg. Dieser wird leicht einverstanden sein. Er weiß zu gut, daß er ohne mich in diesem Geschäfte nichts leisten kann, uyd daß wenn ich gehe, auch er gehen muß. Sein sonderlicher Ehrgeiz war in den letzten Jahren ohnedies nicht aus unsere kaufmännische Bedeutung gerichtet. Dafür hat Frau Mali Löwenberg geb. Bendel schon gesorgt. Er sprach mir wiederholt von der Notwendigkeit, daß der jüdische Großkaufmannsstand sich arischen Interessen zuwende, daß dies der einzige Weg der Assimilierung sei, daß der immobile Besitz uns zu Mitbesitzern der deutschen Erde mache und ähnliche politische Weisheiten mit renegatischem Beigeschmack ... so ist's nun gekommen . . . . und wenn er sich jetzt ein Rittergut kauft, dann wird Mali Bendel mit Emphase sagen können: „Wir haben's dazu!" „Sie sind in der Tat sehr reich . . . ." sagte Max, „die Bendelschen Millionen, die der — alte Wucherer . . . Du entschuldigst Papa ..." — „Bitte, bitte!" — „ihnen hinterlassen, machen sie der Wörlitze und ähnlicher Adels-