Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Rückblick auf das Jahr 5666
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
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20 Palästinas gerichtet sind. Noch wichtiger würde es sein, wenn eine der großen Institutionen, die dem Wohle unserer östlichen Glaubensbrüder gewidmet sind, sich die Zuführung derselben zu gründlicherer und höherer Bildung angelegen sein lassen wollte — selbstverständlich nicht einer theoretischen, rein wissenschaftlichen, sondern einer kommerziellen, polytechnischen, medizinischen und juristischen. Das ist die Grundbedingung für eine dauernde und bleibende Hebung der orientalischen Judenheit. Sonst ist sie zweifellos der endlichen Unterjochung und Ausbeutung durch die rührigen und ^bildungsbegierigen griechischen und armenischen Elemente verfallen. Der ökonomische und soziale Rückgang der Juden in der Levante sowie ihre Verdrängung durch Griechen und Armenier ist durch keine andere Ursache herbeigeführt. Die zionistische Bewegung hat zu einer Spaltung in ihrem eigenen Schoße geführt. Da der siebente zionistische Kongreß in Basel die Bestrebungen seiner Anhänger ausschließlich auf Palästina und dessen Nachbarschaft beschränkte, löste sich von ihm unter der Leitung des wohlbekannten Romanschriftstellers Israel Zangwill die „Jüdische Territoriale Organisation" (Jto) ab, die denjenigen Juden, die in ihrer Heimat nicht verbleiben können oder wollen, ein Gebiet auf selbständiger Verfassungsgrundlage zu schaffen beabsichtigt. Die Jto hat sich, nach vergeblichen Verhandlungen mit dem Zionismus gänzlich von diesem getrennt. Jedenfalls ist ihren menschenfreundlichen Bestrebungen, die bei der englischen Regierung ein verständnisvolles Entgegenkommen gefunden haben, bestes Gelingen zu wünschen. Möchten die verfolgten Söhne Israels eine Scholle finden, die sie ihr eigen nennen dürfen!