Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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246 Bringt Serach die schwarze Häßlichkeit. Auch wegen des Goldes, das sie gebracht. Ein anderer Sinn in ihr erwacht; Sie tragen den reichen Hort Fm stillen wieder fort. Wie Serach nun, wie ein hinkender Bot', Erkennet die große Not, Und statt Ajala, der holden Braut, Mit lieblichen Locken die Stirn umbaut, Schwarzkohle mit dem Kahlkopf schaut: Da zerreißt er sein Kleid, läuft verzweifelt umher. Streut Asche aufs Haupt und klaget sehr! Weh! Scheker hat mich betrogen. Den Lügengeist in's Komplott gezogen! O schwer zu beklagendes Los! O Jammer, so riesengroß! Sie stahlen das Geld und ließen die Schmach! Die falsche Schönheit wie Rauch folgt ihnen nach! O schändlicher Bund, der mich übermannt! ' O Leichtgläubigkeit, o Unverstand! Wie blühte meine Freude, Und Gott stand mir zur Seite! Da such' ich nach neuen Quellen, Laß' solches Weib mir zugesellen - Fürwahr! nicht Stolz darf ich haben, Daß ich diesen Brunnen gegraben! Ach, in mein Herz lud selbst ich die Empörer, Gab meine Seele dem Friedensstörer — Weh mir! wer wird mich nun retten? Wer löst mich aus diesen Ketten? Den Pfeil des Todes wird kein Schild abhalten; Mein Sinnen zeugte solche Traumgestalten! Und er begann sein Lied und sang: „Wem künde ich mein tiefes Weh? wem soll ich meine Not nun klagen? Geschick, dich klag' ich an! Was häufst auf mich Bedrängnis du und Plagen? Stellst vor den Fuß die Falle mir, und Flammen in's Gebein mir schlagen!