Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 47)
- Language
- German
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245 — und statt der Fläschchen von Balsarndüfte — den Vorgeschmack der Grabeslüfte-das ist die Mitgift der Braut — vor der es männiglich graut; summa summarum: Wunden über Wunden — und Schäden, die nie gefunden. — Und Serach, der Bräutigam, verspricht so fest — als ihn sein Gott verläßt — daß er noch vor Jahresfrist — ein Gegenstand zum Spottlied ist. — D'rauf nahm man von Serach den Mantelgriff nach altem Brauche — daß er in der Ehe nicht haben wolle Ohr und Auge.-So ist die Sache verblieben — und ward von diesen beglaubigten Zeugen unterschrieben: Gottlos, Gutlos und Wahrlos, Schlechtmann und Knechtmann, Fleckmann, Keckmann und Schreckmann. Und so am vierten Tage der Wochen Ward über Serach der Segen gesprochen. Und sammelten sich alle in großer Zahl An einem Ort, der hieß fortan „das Segenstal." — Da ergeht über jenen das Volksgericht, Und jede Zunge spricht: „Weh', weh'! Was ist menschlicher Glanz? Entblättert wird nun sein Kranz! Wo sind die Worte, die mächtigen? Und wo die Reden, die prächtigen? Ist das der Männerbeweger? Der Frauenerreger? Verlorenen Sinnes er heute hier steht. Dem alle Hoffnung zu Grabe geht." — Und Kosbi verwechselt die schöne Maid Mit einem Ausbund von Häßlichkeit; Ihr war die Hautfarb' wie vom dunkeln Zeuge, Die Lippen wie aufgeblas'ne Schläuche, Das Haupt, wie mit Borsten besteckt. Das Antlitz mit Narben bedeckt. Das Kind und Säugling zurückgeschreckt; Verachtet von jedem, der sie gekannt; Schwarzkohle, Uhutochter, war sie genannt. Und Kosbi voller Fröhlichkeit