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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 243

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Der Weiberfeind
Date
1906-01-01
Page
Seite 243 (sequence 45)
Language
German
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243 Hast du mix das Herz bezwungen. — Still stehet meine Gedankenwelle; Gott schließet meiner Gedanken Quelle!" — Und Serach im Liebesdrang Stellt ein den Wechselsang; In heißer Glut, Mit stammendem Blut, Aus törichtem Herzensgrund, Ruft Scheker und Kosbi sein Mund. — „Bestimmt nur gleich die Morgengabe," Spricht er, „ich geb' euch was ich habe; Geht, macht's in aller Welt bekannt Und schenket mir des Mädchens Hand." Wie Scheker solches vernimmt. Da wird er gar froh gestimmt. Und Wonne in seinen Augen glimmt; Vergessen ist alle Beschwerde, Er wirft sich vor Gott auf die Erde! — Doch Kosbi eilt auf der Freude Schwingen, Den Mädchen und Frauen die Botschaft Zu bringen; Sie ruft: „Kennt ihr den Serach, den Sittenprediger? Der Frauen Sichentlediger? Gott hat ihn mit Schimpf und Schand' Geliefert in eines Weibes Hand; Der himmlische Segner XRibt uns gebunden den Gegner, Der ward gehetzt Jn's Fanggarn, das ich ausgesetzt; Ajala machte ihn liebeskrank, 9tun folget er mir zur Opferbank, Denn diese soll er nicht haben; Will ihn mit einer ganz andern begaben!" — Und solcher Kunde bewußt. Brach aus in helle Lust Die Frauenschaar aus voller Brust! Sie kamen gegangen Und hüpften und sprangen. Und Kosbi ward umfangen. 16

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