Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Gestalten aus dem Osten
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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III. Die 6eige. jfPIrt die kleine verfallene Hütte, die der Sargmacher Jakob Iwanow Mattheitsch mit seiner armen abgehärmten Frau bewohnte, und in der auch nicht ein ganzes Möbelstück zu finden war, wo nur Hobelspäne, halbgefertigte Särge und ein wackeliger Ofen die ganze Einrichtung ausmachten, in diese Hütte des Elends, wo auch niemals ein heiterer Sonnenstrahl der Freude sich verirrt hatte, hier, wo für die letzte Ruhestätte der Menschen gehämmert wurde, hier war mit ehernem Schritt der Tod erschienen .... Nach vielen endlosen Jahren dumpfer Trauer, rastloser Arbeit und nach all den harten Mißhandlungen, die Marja, das Weib des Sargmachers, von diesem zu erdulden gewohnt war, hatte sie sich zum Sterben hingelegt. Und als jetzt ihr schmerzliches Stöhnen durch die ärmliche Stube drang, und ihre klagenden Seufzer das Ohr ihres hämmernden und rumorenden Jakob trafen, da richtete dieser verwundert seine Auge auf die armselige Lagerstatt, wo das Weib, von Todesangst gepeinigt, jammerte und stöhnte. Ja, was war denn das? . . . Seit wann getraut sich denn das Weib zu jammern und ihn in der Arbeit zu stören? ... Ist es denn nicht genug, daß sie ihre Stube, ja ihr Bett und auch zu essen hat? wenn sie damit noch nicht zufrieden ist . . . ei, zum Teufel! Der