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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Leopold Kompert
Date
1906-01-01
Page
Seite 160 (sequence 14)
Language
German
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160 Juden, beide, die Völker des keuschesten tiefinnersteu Familienlebens? Und kann es den Deutschen so gleichgiltig sein, was aus den Juden wird, die unter ihnen leben, und war es nicht eine deutsche Tat, wenn ich mir ehrlich Muhe gab, aus den böhmischen Juden deutsche zu machen? . . . Lieber Freund, Sie wissen, wie selten ich in Versen sündige, und daß mich, nur Ihr Wunsch bewog, Ihnen im letzten Winter einiges vorzulesen, erinnern Sie sich vielleicht noch des Gedichtes: „Der deutsche Jude"? O Heimat, Heimat, Klang, so traut und lind, Seit ich dich Mutter nenne, ich dein Kind, Versteh' ich auch dein Denken und dein Sagen! Sprecht nicht mehr von des Orients fremdem Sohn, Und höhnt ihn nicht das träum'rische Zion; Ich bin ein Deutscher, will ein Deutscher heißen! Glauben Sie mir — und Sie werden mir glauben — ich habe auch die wärmsten Stellen meiner Ghetto-Geschichten in keiner größeren Begeisterung geschrieben, als die Verse." Was wäre dem beizufügen! Ave, Ave, anima candida!

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