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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 108

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Assimilation
Date
1906-01-01
Page
Seite 108 (sequence 2)
Language
German
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10S öffentlich: die Juden könnten nur gerettet werden, wenn das Judentum verschwindet. Bor 2000 Jahren wollte der gewaltige siegestrnnkene Antiochus das Judentum durch die glänzende griechische Kultur und ihren heiteren Götter-Mrltus erdrücken, heute schreibt ein Graf Coudenhove, ein hochherziger uufc aufgeklärter Mann, ein schönes Buch zur Verteidigung der Juden und schließt nnt der Hoffnung, die Judenschaft würde sich in der modernen Kultur auflösen, wie Zucker im Wasser, wenn man sie nur ungestört und ruhig gewähren lasse. Wie lange mag das Lämpchen noch glühen, das Lied noch erklingen, wenn der eingeschüchterte Jude und der hoffende Nichtjude in gleicher Weise das Erlöschen des Lämpchens, das Verklingen des Liedes Voraussagen — erwünschen? Können wir den unwandelbaren Naturgesetzen widerstehen, die neues Leben schaffen aus der Vernichtung; können wir die Wucht des Geschickes aufhalten, wenn nur seinem rollenden Rade in die Speichen fallen? Nein, es bleibt uns also nichts übrig, als daß wir uns der Zeit anschmiegen, anpassen, assimilieren. Die These ist aufgeworfen; es gilt, um in jeder Weise der Umgebung anzupassen, uns umzusormen und zu assimilieren. Und jetzt ist die Frage, welches die zweckmäßigste Art der Anpassung sei? Sollen wir die sogenannten Äußerlichkeiten, die formen, aus unseren! nnt den Wellen schwer ringenden schiffe Wersen, oder können wir auch einiges vom Wesen opfern? Ja, weiß heute noch Jemand, was die Form ist und was zum Inhalt gehört? Manche giebt es, die die Form als Wesen betrachten und Andere, die das Wesen selbst nur als altehrwürdige Förmlichkeit schätzen. Auch ich wage es nicht, diese Seite der Frage zu erörtern. Um so wichtiger scheint es mir, sie in ihren naturwissenschaftlichen Beziehungen zu untersuchen. Arnold Mathew, ein englischer Arzt sagt: „Der Arzt müsse stets das Leben als Ganzes vor Augen

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