Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Christentum und Judentum
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 19)
- Language
- German
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77 Neues Testament. liebert und deinen Feind Haffen*). Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet die euch fluchen, tut Wohl denen, die euch hassen, bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen. (Matthäus 5, 43—44.) 1) Ein Satz, wie der den Feind zu hassen, ist im ganzen jüdischen Schrifttum nicht zu finden. Mies Testament und nachbiblische Schriften. Schmähungen anhören, ohne sie zu erwidern, die aus Liebe zu Gott handeln und ihrer Leiden sich noch freuen können — ihnen gilt das Wort: Die Gottlieben, gleichen dem Aufgang der Sonne in ihrer Herrlichkeit*). (Joma 28 a.) Bete für deine Feinde und die Frevler. (Berachoth 10 a.) Hasse nicht deinen Bruder im Herzen, zurechtweisen sollst du deinen Nächsten, damit du nicht seinetwegen Sünde trägst. Sei nicht rachsüchtig und bewahre nicht den Zorn. (Hl. Mose 19, 17—18.) Wenn dein Feind fällt, freue dich nicht; stürzt er, frohlocke nicht, denn Gott sieht es, und es mißfällt ihm^). (Sprüche 24, 47—18.) Wenn meines Feindes Unglück ich bejubelt, frohlockt, wenn ein Mißgeschick ihn traf 1) Mein Gott! bewahre meine Zunge vor Bösem, meine Lippen vor Trug. Gegen solche, die mir fluchen, sei ruhig meine Seele; gegen alle sei meine Seele still wie der Staub. (Berachoth 17 a.) Gehöre lieber zu den Verfolgten, aber niemals zu den Verfolgern. (Baba Kamma 93 a.) 2) Die Engel, die bei dem Untergange der Aegypter ein Lied anstimmen wollten, verweist" der Herr: „Wie? meiner Hände Werke versinken im Meere, und ihr wollt ein Lied anstimmen?" (Megiüa 10 b.)