Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Christentum und Judentum
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3111067-3111084-3113869--2330-3113964- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
IV. Der Mensch im Verhältnis zum Dedeamenlchen Neues Testament. (Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt, dies ist das vornehmste und größte Gebot.) Das andere aber ist dem gleich: Dü sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. (Matthäus 22, 36—39. Vergl. Markus 12, 31; Jakobus 2, 8; Galater 5, 14.) So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. (Römer 13, 10.) Altes Testament und nachbiblische Schriften. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst?) (III. Mose 19, 18.} Auch den Fremdling tu eurem Sanfte sollt ihr nicht bedrücken, er soll euch sein gleich dem Einheimischen, und und du sollst ihn lieben wie dich selbst. (III. Mose 19,33-34.) Liebet den Fremdling, denn Fremdlinge seid ihr gewesen im Lande Aegypten; ihr wisset ja, wie dem Fremdling zumute ist. (V.Mose 10,19; II. Mose 23, 9} 1) Das ist nach Akiba ein Hauptgrundsatz in der Thora. Ben Asai aber nennt als Grundlage für die allgemeine Menschenliebe die Schriftstelle: I. Mose 5, i: „Das ist das Buch der Geschichte des Menschen". (Sifra zu Hl. Mose 19, 18.) Wer ist also dein Nächster? Jedermann! da Gott alle Menschen in seinem Ebenbilde geschaffen hat. (Bereschith rabba 24.) Auch die Armen der Nichtjuden find zu speisen, ihre Kranken zu heilen, ihre Toten zu bestatten, ihre Trauernden zu trösten. So wandelt man des Friedens- Bahnen. (Tosephta Gittin 5; Gittin 61 a.)