Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Christentum und Judentum
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 16)
- Language
- German
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74 Neues Testament. Das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten. (I. Johannes 5, 2.) Darum solltihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist. (Matthäus 5, 48.) Altes Testament und nachbibttsche Schriften. Was verlangt denn der Ewige, dein Gott, von dir? Ihn zu ehrsürchten, in seinen Wegen zu wandeln, ihn zu lieben und ihm zu dienen von ganzem Herzen und ganzer Seele. (V. Mose 10, 12.) Er hat dir gesagt, 0 Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert: Recht tun, an Liebe Wohlgefallen finden und in Demut2) wandeln mit deinem Gott. (Micha 6, 8.) Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, der Starke nicht seiner Stärke, der Reiche nichtseines Reichtums; sondern des rühme sich, wersichrühmen will: daß er verständig mich erkenne, der ich Liebe, Recht und Gerechtigkeit übe auf Erden, denn nur daran habe ich Wohlgefallen. (Ferenria 9, 22—23.) Ob viel oder wenig, ist nur das Herz auf Gott gerichtet. (Berachoth 5d.) Heilig sollt ihr sein, denn ich bin heilig, der Ewige, euer Gott! (III. Mose 19, 2.) 2) Demut ist die höchste der Stufen sittlicher Vollendung. (Aboda fara 20 d.)