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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 53

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1906-01-01
Page
Seite 53 (sequence 32)
Language
German
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53 bereits sechs Nummern erschienen, die den Beweis liefern, daß die Komission den richtigen Weg beschritten, und daß die Redaktion in den besten Händen liegt. Ferner beschloß die Kommission, Jugendschriften, deren Verbreitung ihr wichtig erscheint, durch Subventionen zu unterstützen. Aus ihrer eigenen Mitte beschloß sie zunächst zwei Publikationen zu veranstalten: eine Anthologie der jüdischen Poesie und eine solche der jüdischen Prosa. Ob die Hoffnungen, die an die Einsetzung der Jugendschriftenkommission geknüpft werden, sich erfüllen werden, kann ich nicht beurteilen. Hervorgehoben muß aber werden, daß es ein Irrtum wäre, zu meinen, eine Kommission von Fachmännern könnte, wenn ihr nur die Mittel zur Verfügung ständen, ohne weiteres eine Literatur schaffen. Auch geistige Produkte verlangen, daß der Boden für sie sorgfältig vorbereitet und daß ihnen die nötige Zeit zum Reifen gelassen werde. Allzu, eifriges Antreiben wirkt ebenso verhängnisvoll auf sie ein, wie Hagelschläge auf die Früchte des Feldes. Wir wollen für dieses Unternehmen alle fördernden Kräfte verwenden, alle schädlichen von ihm fernhalten. Dann werden wir sicher Segen stiften. Es ist seltsam, daß wir in diesem Jahre nur eine einzige Jugendschrift von Dr. M. Doctor: Abram, zu verzeichnen haben. Es wird darin die Jugendgeschichte des Erzvaters nach der talmudischen Sage recht hübsch erzählt. Zwei Jugendzeitschriften: Jung Israel und Unsere Hoffnung bemühen sich, die Jugend für die Ideale des Judentums zu erziehen. Die großen Kontraste, die das moderne Leben erzeugt, bilden auch noch immer den Gegenstand der Darstellung in unserer schönen Literatur, welche in diesen! Jahre übrigens auch nicht gerade reiche Blüten getrieben hat. Die bedeutendste Erscheinung ist das nachgelassene

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