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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1905-01-01 · 8 (1905) · p. Seite 148

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
8 (1905)
Article
Immanuel Kant in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 148 (sequence 25)
Language
German
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148 wundenen Kritik. In der Antwort darauf, vom 8. April 1766, äußert sich Kant in folgenden, beiden Forschern zur Ehre gereichenden Worten: „Die Befremdung, die Sie mir über den Ton der kleinen Schrift äußern, ist mir ein Beweis der guten Meinung, die Sie sich von meinem Charakter der Aufrichtigkeit gemacht haben und selbst der Unwille, denselben hierin nur zweideutig ausgedrückt zu sehen, ist mir schätzbar und angenehm. In der Tat werden Sie. auch niemals Ursache, haben, diese Meinung von mir zu ändern, denn was es auch für Fehler geben mag, denen die standhästigste Entschließung nicht allemal völlig ausweichen kann, so ist doch die wetterwendische und auf den Schein angelegte Gemütsart dasjenige, worin ich sicherlich niemals geraten werde, nachdem ich schon den größten Teil meiner Lebenszeit hindurch gelernt habe, das meiste von demjenigen zu entfernen und zu verachten, was den Charakter zu korrumpieren pflegt und also der Verlust der Selbstbilligung, die aus dem Bewußtsein einer unverstellten Gesinnung entspringt, das größte Uebel sein würde, was mir nur immer begegnen könnte, aber ganz gewiß niemals begegnen wird. Zwar denke ich vieles mit der allerklaresten Ueberzeugung und zu meiner großen Zufriedenheit, was ich niemals den Mut haben werde zu sagen, niemals aberwerde ich etwas sagen, was ich nicht denke". Je lebhafter die Korrespondenz zwischen beiden wurde, desto wärmer wurde auch der Ton, den man von beiden Seiten anschlug. Kant redet später in seinen Briefen Mendelssohn stets mit den Worten „verehrungswürdiger Freund" an. Immer ist er bereit, den einen oder den anderen Wunsch seines Freundes und Kollegen nach Kräften zu erfüllen. Auch sendet er bald den einen, bald den anderen seiner Schüler, die nach Berlin übersiedeln wollten, mit Empfehlungsschreiben an Mendelssohn, die zuweilen in Ausdrücken großer Verehrung und wärmster Sympathie abgefaßt sind. Bezeichnend hierfür ist namentlich seine Zuschrift vom 13. Juli 1778, worin er einen gewissen Dr. Joel, der sich in Berlin als praktischer Arzt niederlassen wollte, an Mendelssohn empfiehlt. Er schreibt ihm in jenem Brief u. a.: „Mit dem größten Vergnügen ergreife ich diese Gelegenheit, wenn es nur in der Absicht. wäre. Ihnen meine Hochachtung, und den herzlichen Wunsch zu bezeigen, daß Sie in dem Genüsse einer mit fröhlichem Herzen verbundenen.Gesundheit eines Lebens

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