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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1905-01-01 · 8 (1905) · p. Seite 124

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
8 (1905)
Article
Immanuel Kant in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 124 (sequence 1)
Language
German
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Inrnrnä Mant in seinen Mw Inöentnw. ZePehnngen Von töolxh KohuL. Emmanuel Kant, der unsterbliche Weltweise, der durch sein kritisches Genie eine neue Welt der Philosophie auf sicherer Grundlage errichtete und dem menschlichen Denken und Fortschritt ganz neue Wege ebnete, übte bekanntlich auf seine Zeitgenossen durch seine Persönlichkeit, noch mehr aber durch seine alles zermalmende Lehre einen überaus nachhaltigen Eindruck aus. Es ist' selbstverständlich, daß auch die jüdischen Denker, Forscher und Gelehrten von dem scharfsinnigen und zergliedernden System des Weisen von Königsberg mächtig angeregt wurden, denn die Art und Weise der Beweisführung, die dialektische Schlagfertigkeit und die rücksichtslose Wahrheitsliebe desselben hatten für die jüdischen Denker, die in der Schule des Talmud zum selbständigen Forschen und zur klaren logischen Beweisführung erzogen wurden, etwas ungemein Anheimelndes und Sympathisches. So sehen wir denn, daß dieser größte Revolutionär auf dem Gebiete der neueren Philosophie, auf die ringenden, strebenden und espritvollen Geister des jüdischen Stammes mächtig einwirkte, daß zu seinen Füßen zahlreiche Denker aus dem Hause Israel saßen, die dann die Verkünder der Lehre ihres Herrn und Meisters wurden, daß zahlreiche jüdische Freunde des

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