Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Moses Maimonides
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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106 flogen, so haben sie über die Bedeutung des Parteihaders und Parteigezänkes sich niemals erhoben und die Einheit des Judentums nicht alteriert. Wenn diese durch die Aufstellungen Maimunis und den Kamps, den sie entfachten, nicht erschüttert, sondern im Gegenteil gestärkt worden ist, so hat es auch in alle Zukunft gute Wege damit und sie wird unter den Epigonenkämpsen nicht leiden. Und noch ein anderer Gewinn ist dem Judentum aus dem Leben und Wirken Maimunis erwachsen. Alle Anstrengungen, es von den Quellen der Wissenschaft abzudrangen und es zur Einseitigkeit zu verdammen, haben sich als vergeblich erwiesen. Maimuni war einer der universellsten Geister aller Zeiten und er hat gezeigt, daß das Judentum durch universelle Bildung nicht verlieren, sondern nur gewinnen kann. Dadurch hat er, wie wir im Eingänge dieses Aufsatzes sagten, dem Judentum seine Bahn vorgezeichnet, auf der es allein bestehen und gedeihen kann. Der Stern Maimunis steigt immer höher, um diese Bahn zu beleuchten, auf die er als „Führer der Verirrten" jederzeit zurücklenkt. „Es wird die Spur von seinen Erdentagen nicht in Aeonen untergehn."