Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 8 (1905)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 21)
- Language
- German
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36 Agada der Tanaiten ist erfreulicherweise die zweite Auflage des ersten Bandes in diesem Jahr erschienen, die in vielen Einzelheiten berichtigt und ergänzt ist, ohne daß an dem Grundstock des Werkes irgend eine Aenderung vorgenommen wurden von besonderem Interesse sind zwei Abhandlungen, die im Anhang gegeben werden, und von denen die eine sich über den Ursprung des Wortes Agada, und die zweite über die Agada als einen Zweig der altjüdischen Traditionswissenfchast verbreitet. Die Geschichte des Talmuds von seiner Entstehung bis aus die Gegenwart, die M. S. Rodkinson in zwei Bänden in Amerika herausgegeben, ist mir noch nicht zu Gesicht gekommen. Den Traktat der Sprüche der Väter hat L. Goldschmidt mit einer neuen Uebxrsetzung ediert. Seinen Studien über ' das talmudische Recht hat M. W. Rapaport einen neuen Beitrag über die unerlaubten Handlungen nach jüdischem Recht angefügt; über die Medizin im Talmud und im Neuen Testament hat Prof. Wilhelm Ebstein ein Buch geschrieben, das als eine Ergänzung feines im vorigen Jahre angezeigteu Werkes über die Medicin im Alten Testament anzusehen ist. Wenn man von der Midrasch-Literatur spricht, dann muß man seit Jahren immer zuerst den Namen Salomon Bub er nennen. Auch in diesem Jahre hat er uns mit einer neuen Edition der Agadat Bereschit beschenkt auf Grundlage einer alten italienischen Ausgabe von 1618 mit Varianten aus Oxford und anderen Manuskripten. Von der Midrasch- Ausgabe I. Theodors ist die zweite Lieferung erschienen. Seiner wertvollen Ausgabe des Seder Eliahu hat jetzt M. Friedmann sein Pseudo-Seder Eliahu zuta folgen Die Geschichte der Juden erfreut sich seit einigen Jahren merkwürdigerweise in unseren Kreisen nicht mehr derselben Aufmerksamkeit wie in früheren Jahren. Es scheint fast, als scheute man die Vorwürfe, die man früher, gegen unsere Wissenschaft erhoben, daß sie rein historischen Charakter trage und daß man sich zu viel, ja fast ausschließlich mit Geschichte beschäftige. Wie erfreulich es auch sein mag, daß unsere