Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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197 Ich hatte die Absicht, Herzberg, dem es viel besser gehen soll, in Jaffa zu besuchen. Da aber unsere Ferien in die glühendsten Monate fallen, so bin ich davon zurückgekommen und trage mich jetzt mit dem Gedanken, nach Paris zu gehen, wo ich mehr einigen Handschriften als der Ausstellung leben würde. Ich fürchte aber, nach allen Plänen endlich zu Hause zu bleiben. Der Abend ist mittlerweile herabgesunken, auch dürfte es für Sie genug sein ״des grausamen Spiels". Mögen Sie bald Muße finden mit Ihren Zeilen zu erfreuen Ihren Sie allezeit verehrenden David Kaufmann. Budapest, 21. 5. 78. Darunter notirt Zunz: beantw. 5. Juni. 43. Zunz an Kaufmann. Trotz dem schlechten Wetter und der schlechten Dinte will ich die Beantwortung Ihres letzten Briefes nicht länger aufschieben; Sie erhalten den Brief demnach noch am Feste und können über dessen leeren Inhalt so viel commentiren als das jüdische Schriftthum über alte Fabeln.- Schleiden habe ich, was den zweiten seiner Aufsätze betrifft, nicht gelesen, auch würde ich nur erstaunt seyn, wenn er etwas von meinen Schriften kennte. Der Gönner Lebrechts in Frankels Zeitschrift ist ohne Zweifel Gumpertzi) (cf. meine Sterbetage). In Zänkereien der jüdischen Parteien mische ich mich nicht mehr, und was das Alter meiner Photographie anbelangt, so kann ich darüber keine bestimmte Auskunft geben; älter als zwanzig Jahre ist sie wahrscheinlich. Sie sehen aus diesen wenigen Reihen, wie wenig ich noch brauchbar bin: Seele und Leib sind nicht mehr gesund; Muth und Lust haben Abschied von mir genommen, nur die Schmerzen leben und der Wunsch nach Ruhe. Sie aber, jung und gesund, sollen sich des kommenden Festes erfreuen und freundlich sich erinnern des Ihnen achtungsvoll ergebenen Berlin, 5. Juni 1878. Zunz. Budapest, 10. 6. 1878. 44. Kaufmann an Zunz. Da ein edler Mensch absichtlich und unabsichtlich Erfreuendes stiftet, so haben Sie mit Ihrem Briefe, der mich am ersten Festtage traf, auch meinen Geburtstag verschönt. Bereits am Morgen, 1) Rüben Gumpertz war der Sohn des S. 190, Anm. 1 genannten Samuel Breslau.