Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 189

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
5 (1902)
Article
Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
Date
1902-01-01
Page
Seite 189 (sequence 31)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3111067-3111076-3113305--1390-3113509
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

389 dürft über Niedrigkeit und Knechtssinn, daher werden Sie einem unglücklich gewordenen Greise seine Melancholie verzeihen müssen, und da weder Seele noch Leib bei mir normal sind, können es weder die Neigungen noch die Thaten seyn: man muß mich ertragen, und mehr hat von seinen Freunden auch Hiob nicht gefordert. Die jüdische Zeitschrift in Ungarn anlangend, so muß es versucht werden: als ich 1821 ähnliches unternahm, bin ich nicht über 3 Hefte hinausgekommen; indeß ist jetzt der Leserkreis größer und die Verbindung leichter. Von einem englischen Litteraturverein*) erwarte ich für die jüdische Wissenschaft wenig; bis jetzt sind sie dort über Üebersetztes nicht hinausgekommen, obgleich die meisten Arbeiter keine Engländer sind. Daß es Dr. Herzberg nach Wunsch geht, ist mir lieb. Wollen Sie aber den eigentlichen Riesen des Judenthums kennen lernen, dem Bibel, Wissenschaft, Freiheit, Recht und Unterhaltung alles zu verdanken hat, so lesen Sie: ״lieber Land und Meer 1878 N. 5, B. 39, S. 99—101." Ist H. Vambery in Pest, Schriftsteller und Reisender, ein Jude? Heute heirathen zwei Töchter des Kronprinzen (* 2והעיר שושן צהלה ושמחה; ich habe heute viertehalb Jahren die Einzige, die mich liebte, verloren, so grenzen Freud und Leid dicht aneinander. Da ich weiter nichts zu sagen weiß, so endige ich mit dem Wunsche, daß Sie mich noch vor Purim mit einem Briefe erfreuen. Achtungsvoll und ergebenst Berlin, 18. Februar 1878. Zunz. 36. Die Muße des Ester-Tages zu einer Beantwortung Ihres jüngsten Schreibens benützend, bemerke ich zuförderst, daß ich gegenwärtig nicht in der Stimmung bin, über meine Jugend und meine Eltern zu sprechen: meine schriftstellerische Thätigkeit beginnt A. 18173); meine Bücher-Arbeiten sogar A. 1805, und bewahre ich Mss. aus den Jahren 1809 bis 1816. Mein Vater war בחור*) in Frankfurt a. M., unterrichtete in Hamburg im Talmud, mußte aber wegen Brustleiden 1798 diese Thätigkeit aufgeben. Von der. Jew. Public. Society finb die Schriften Jbn Esras, Maimonides u. a. herausgegeben worden. 2) Esth. 8, 15. b) In diesem Jahre erschien eine Predigt von ihm in der von Zer. Heinemann herausgegebenen Zeitschr. Zedidja II, S. 17 ff. Vgl. Steinschneider C. B. p. 2774. 4) Talmudjünger.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.