Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 20)
- Language
- German
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178 Ihre Muße dieser Arbeit zuwenden wollen, und das war eine zweite Rücksicht, Sie mit Briefen meinerseits zu verschonen. Ihre Anzeige über meine Schriften*) habe ich gelesen und beinah beschämen mich diese Lobeserhebungen. Herr Herzberg hat mich besucht; sein Buch2) enthält viel Gutes und Wahres; nur hätte ich die Apotheosen von Jesus weggewünscht. Stellt man den Juden den Jesus so hoch vor, so verachten sie das Judenthum vollends; die Alten, die den * * 3ישו) verfolgten, haben uns sehr weh gethan: die Neuen, die ihn vergöttern, vertilgen uns gänzlich. Uebrigens bin ich jetzt fast ein Einsiedler, weil die Wenigen, die mich noch bisweilen aufsuchen, in die Bäder gereist sind. Hoffentlich wird der dritte Band meiner gesammelten Schriften noch vor 4ר״ה) erscheinen. Um Sie aber nicht länger zu stören, wünsche ich Ihnen das Beste. Achtungsvoll und ergebenst Berlin, 18. Juli 1876. Zunz. 22. Geehrter Herr Dr.! Ihrem Wunsche entsprechend antworte ich sogleich, wenn ich auch selber meiner hier folgenden Erklärung" nicht ganz traue. Vielleicht ist מתאמת zu lesen und mit תאמת אור בקדש (Jozer röm. zu שבת ור״ח) und תואמו היום שבת וחנוכה (Jozer אורך Sabbath חנוכה) übereinstimmend zu erklären. Mein dritter Band leidet noch an der Strike; mehr erscheint nicht. Steinschneider ist noch in Hamburg. Hier schließe ich und wünsche Ihnen viele Käufer Ihres nächsten Buches. Achtungsvoll und ergebenst Berlin, 23. Juli 1876. Zunz. 23. Sehr geehrter Herr Dr.! Dank für Briefe und Wünsche! Obwohl die letzteren bei mir nichts mehr ausrichten, erkenne ich doch bei Ihnen die Anhänglichkeit. Eigentlich leiste ich ja nichts mehr; um so höher ist jedes mir *) Wahrscheinlich ist diejenige in der Breslauer Ztg. vom 1. Juli 1876 Nr. 251 gemeint, die ich in meinem ״Verzeichniß" übersehen habe und die dort als Nr. 55a zu bezeichnen wäre. 2) Die ״Hüdischen Familienpapiere" vgl. S. 176 Anm. 1. 3) Jesus. 4) Neujahr.