Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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170 gnügungen ist mir nichts zu Theil geworden, ich habe nichts vermiet. Fahren Sie fort, dann und wann durch einen lehrreichen Brief aufzurichten den niedergebeugten stets Ihnen achtungsvoll ergebenen Berlin, 16. Juni 1875. Zunz. 12. Sehr geehrter Herr Dr. Je mehr mein Aufsatz ״Bikelkritisches"*) bedauert wird, desto erbärmlicher erscheint mir das Lese-Publikum. Warum fragt denn niemand, ob etwas wahr oder falsch, gut oder schlecht ist, warum prüft Niemand eine Arbeit, die ihm wichtig scheint? Was sind das für elende Menschen, die wegen der ihnen unangenehmen Wahrheit sich rächen wollen durch Nichr^-Lernen? Auch ich habe noch nicht gelesen, was der beseligte Ewalds gewettert und geschimpft hat: Er steht bei mir in Bezug auf Gerechtigkeit gegen fremde Leistungen nicht höher als der Herausgeber der ... . zeitung, den er allerdings an Geist und Svrachkenntnissen übertrifft. Üeber Saadia's angebliches höheres Alter habe ich vor Jahren schon in Abschriften Firkowitsch mehreres gelesen: Indes ist Alles, was aus jener Quelle kommt, gleich der Mescha Inschrift* * 3) mir verdächtig und interessirt mich daher nicht im Geringsten. Zur Entlarvung alter und junger karäischer Betrüger gehört eine aus tüchtigen jüdischen Gelehrten bestehende Akademie mit Rothschildscher Protection. Der Druck des zweiten Bandes meiner Schriften soll nach der Badesaison beginnen und wird derselbe auch Berichtigungen zu dem ersten Bande, ungedrucktes wohl nichts, bringen. Da ich nichts, was Sie interessiren dürfte, hinzuzufügen weiß, so schließe ich mit dem Wunsche, mich bald wieder mit einem Schreiben zu zerstreuen. Stets mit Hochachtung der Ihnen ergebene Berlin, 5. Juli 1875. Zunz. 13. Sehr geehrter Herr Dr.! Seit einigen Tagen an Kreuzschmerzen leidend, will ich dennoch Sie nicht länger auf eine Antwort warten lassen. Also zuförderst Geschäftliches: Herr Dr. D. Müller soll mir angenehm sein, wenn 1) Vgl. S. 168, Änm. 2. 2) Im Jahrgang 1875 der ״Göttinger Gelehrten Anzeigen". 3) In Bezug auf dieses Denkmal, dessen Echtheit allgemein anerkannt ist, war das Mißtrauen des Meisters bekanntlich unbegründet.