Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Moses und Michel Angelo
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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59 Winter hat mich weggetrieben. Als das Feld ward kahl. Und vor seinen Geißelhieben Floh ich aus dem Thal. Schwebte auf zur Frühlingsaue, Lebt' in reinem Himmels thaue. In dem Sternensaal. Ich genieße keiner Speise, Bm wie Geister leicht, Zephyr fördert meine Reise, Der vorüberstreicht. Ach, nur Luft und Sonnenstrahlen, Die den Wolkenbogen malen. Und mein Wünschen schweigt. Jetzo wird es warm und munter Um das grüne Rund, Und auch ich zieh' nun herunter, Thu den Sommer kund. Willst Du etwa mit mir reisen. Eh' die Bäche sich beeisen? Oben ist's gesund! Neben der anstrengenden Berufsthätigkeit und der intensiven Beschäftigung mit der Naturwissenschaft fand Steinheim Muße, was es Edles und Großes gab, in sein Leben zu ziehen. Er zeichnete und malte mit Geschick, bewährte sich als hervorragender Kunstkenner, verfaßte viele belletristische Arbeiten und war namentlich ein leidenschaftlicher Freund der Musik. Neben kritischen Abhandlungen schuf er ein Oratorium: Die Zerstörung Jerusalems. Die Musik stammt von Ferdinand Hiller. Berühmt waren auch die „literarischen Abende", an denen sich bedeutende Männer und Frauen im Steinheim'scheu Hause zusammenfanden; genannt seien Gutzkow, Dr. Assing, Ludmilla Assing, Gabriel Rießer, Ludolf Wienbarg, der' Taufpathe des jungen Deutschland; auch Thorwaldsen, der nordische Phidias, stattete Steinheim in Altona Besuche ab. Mit großem Eifer hatte er sich frühzeitig lateinischen und griechischen Studien zugewandt, und die große Meisterschaft, mit welcher er diese Sprachen beherrschte.