Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 37)
- Language
- German
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55 hat Boris Tschitscherin in einer russischen Schrift behandelt; die traurige ökonomische Lage der Juden in Galizien wurde von P. Berthold erörtert und zur deutschen Judenfrage, sofern von einer solchen die Rede sein kann, hat A. Ackermann in einer lesens- und beherzigenswerten Schrift: Vogelfrei entschieden Stellung genommen. Sehr gern würde ich nun auch etwas über Kalender und Zeitschriften sagen. Aber es fehlt mir hierfür die genaue Uebersicht. Nur das Jahrbuch der israelitisch-ungarischen Litteraturgesellfchaft, das Josef Banoczi sehr geschickt redigirt, und das hebräische Jahrbuch der Gesellschaft Achiasfaf in Warschau will ich hier mit rühmender Anerkennung hervorheben. Ueber die Zeitschriften wäre viel zu sagen; doch sei dies -einer, künftigen Jahresrevue Vorbehalten. Für heute will ich nur eine keineswegs als zuverlässig sich ausgebende statistische Uebersicht! folgen lassen. Es erscheinen in Deutschland 10 jüdische Wochenschriften und 5 Monatsschriften, in Oesterreich 5 Wochenschriften, eine in hebräischer Sprache, in Ungarn 4 und 1 Monatsschrift, in Rußland 2 Tagesblätter, 1 Wochen-, 1 Monatsschrift in hebräischer, 2 Wochenschriften in russischer, 1 in polnischer Sprache. In der Türkei erscheinen 2 Wochenschriften, 1 Monatsschrist in französischer Sprache, in Bulgarien und Rumänien kommen je 2Wochenschriften heraus, inJerusalem ebenfalls. In England erscheinen 3 Wochen-, 1 Monats-, 1 Vierteljahrsschrift, in Frankreich 2 Wochen-, 1 Vierteljahrsschrift, in Italien 2 Wochenschriften. Am reichsten ist die Zeitschristen-Litteratur in Amerika vertreten, wo jetzt — nach dem vortrefflich redigirten Americain Jewish Year Book von Cyrus Adler — 54 Zeitschriften jüdischen Inhalts erscheinen. Davon 9 Tagesblätter, 7 Wochenschriften im jüdisch-deutschen Jargon, 34 Wochen- und 7 Monatsschriften in englischer, 2 Wochenschriften in hebräischer und 2 Monatsschriften in deutscher Sprache. Freilich wird man aus diesem Reickthum an Blättern nicht einen Rückschluß auf ein reiches geistiges Leben ziehen dürfen. Kaum fünf von den in Amerika erscheinenden Zeitschriften dienen wirklich höheren Bedürfnissen. Jndeß wäre es auch ein nicht geringer Fehlschluß, das Gegentheil zu behaupten und aus der