Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 3 (1900)
- Article
- Poetische Übertragungen
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 2)
- Language
- German
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277 Und er hebt die frommen Augen Traurig auf zum Mütterlein: „Mag der Kelch wohl ohne Boden, Endlos unser Leiden sein? Hat noch nicht gefüllt den Becher Unsrer Wandrung Schmach und Pein? Trocknen in der Zeiten Fluge Denn des Kelches Thränen ein?" Und die Mutter, schmerzverloren Blickt empor — dann, gramgebeugb Ueber ihres Kindes Haupte Weinend sie das Antlitz neigt. Auf die Stirn des Knaben fließet Zweier Perlen klarer Lauf — Herr im Himmel, nimm erbarmend In den Kelch die Thränen auf! Mismaur schir lejaum haschabos! (Nach einer Jargondichtung.) Horch! mir singt's und klingt's im Herzen! Glänzen seh' ich Sabbathkerzen; Höre lieblich süße Töne: Mismaur schir lejaum haschabos! Mismaur schir lejaum. haschabos! Das ist nicht ein Menschensang — Das ist. hehrer Engctsklang, Der im Eden einst ertönte. Als der erste Sabbath krönte Gottes neu erschaffne Welt! Von den Sonnen her erschallt' es- Von den Sternen widerhallt' es: Mismaur schir lejaum haschabos!