Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 3 (1900)
- Article
- Die Toten
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 1)
- Language
- German
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Erzählung von Ulrich Kra«L. S^ie Talmudschule des Rabbi Elieser Gins war hochberühmt überall, wo Israeliten lebten und man die Wissenschaft der geheiligten Lehre sesthielt. Von Nah und Fern stellten die Schüler sich ein und es galt als besonderer Ruhmestitel, ein Schüler Rabbi Eliesers zu sein. Die geistige Klarheit, die strenge Gerechtigkeit und die edle Frömmigkeit des hervorragendes. Mannes machten ihn bekannt, weit über den Kreis seiner Glaubensgenossen hinaus und die Juden, deren Solidarität stets eine sehr starke war, erfreuten, sich der Auszeichnungen, die dem Rabbi Gins zu Theil wurden bei Juden und Christen. Mit Genugthuung erzählten sie sich von den Ehrenbezeigungen, die ihm erwiesen wurden, wenn er seine „Khille" einmal verließ, um bei irgend welchen Gelegenheiten andere Gemeinden zu besuchen. Das geschah Zumeist bei feierlichen Anlässen, wie Familienereignissen verschiedener Art. Acht Söhne und sechs Töchter waren dem frommen, gesegneten Hause entsprossen und durch Verheirathung mit Kindern angesehener jüdischer Familien in alle Welt verpflanzt worden. Vorzugsweise nach Rußland und Polen. Aber selbst aus London hatte der Ruf Rabbi Elieser's Bewerber für zwei feiner Töchter angelockt und in den heimischen Provinzen waren die übrigen verheirathet. Das gab